01 Januar - 31 Dezember
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Di 7.30 - 20.00
Mi 7.30 - 20.00
Do -
Fr 7.30 - 20.00
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So 9.00 - 20.00
Der Orden der Unbeschuhten Karmeliter war vom frühen 17. Jahrhundert bis 1796 in Brüssel präsent. 1852 zogen die Karmelitinnen nach Brüssel um und errichteten die heutige Kirche an der Avenue de la Toison d’Or. Der große Klostergarten wurde 1962 verkauft, um die Galerie Porte Louise zu bauen; später wich auch das Kloster der Galerie Espace Louise. Hinter der Kirche entstand das heutige, kleinere Klostergebäude.
Die Kirche, 1860 von Architekt Menge im neugotisch lombardischen Stil entworfen, wurde zwischen 1861 und 1875 erbaut; die Innenausstattung stammt von P. Cuypers. An der 2010 restaurierten Fassade stehen Statuen der Jungfrau Maria vom Berg Karmel, des heiligen Josef und der heiligen Teresa von Ávila, den Schutzpatronen der Kirche.
Im Inneren zeigen die Glasfenster des 19. Jahrhunderts Teresa von Ávila, Maria vom Berg Karmel, Johannes vom Kreuz und vier Engel mit Schriftrollen über den heiligen Josef. Auffällig sind auch die seitlichen Glasfenster aus Glasscherben und Beton, 1959 von Benediktinermönchen nach Entwürfen von Bruder Eloi Devaux geschaffen. Zwischen 1956 und 1962 wurde das Innere umfassend renoviert.
Das im Presbyterium hängende Kruzifix stammt wohl aus dem 16. Jahrhundert und ist italienischer oder spanischer Herkunft. Heute steht eine Statue der Jungfrau Maria vom Berg Karmel im Apsidgewölbe und ersetzt die mittelalterliche Holzmadonna, die im Kloster aufbewahrt wird.
Der keramische Kreuzweg wurde 2011 von Serafino Melchiorre geschaffen. Die Orgel, 1869 von Merklin Schütze gebaut, wurde 1934, 1962 und 2000 restauriert und erweitert.
Die Fassade der Kirche aus dem 19. Jahrhundert im italienischen Neugotik-Stil zeigt eine leicht geschwungene Form. Ein Triptychon mit doppelter Treppe führt zu einem erhöhten Portikus. Über dem Portal steht das polychrome Karmelwappen mit dem Ordensmotto. Die ockerfarbene Fassade mit Fialen und drei Statuen zeigt die Muttergottes vom Berg Karmel sowie darunter Teresa von Ávila und Josef.
Neugotisches Taufbecken aus der Kirche St. Barbara in Brüssel. Es steht am Beginn des Mittelgangs und erinnert an die Taufe als Eintritt ins kirchliche Leben. Der quadratische Grundriss symbolisiert Universalität, die achteckige Form die „7 Schöpfungstage + 1“ als Zeichen neuen Lebens. Am Rand steht eine gotische Inschrift aus dem Evangelium: „Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet werden.
Tagsüber ziehen die Buntglasfenster des 19. Jh. den Blick an: die Jungfrau mit dem Kind und die Jungfrau vom Karmel, die Simon Stock das Skapulier überreicht, umgeben von Teresa von Ávila und Johannes vom Kreuz. Abends richtet sich die Aufmerksamkeit auf das Kruzifix des 17. Jh.: „Wenn ich erhöht werde…“. Der lange eucharistische Tisch gehört zu den frühen Zeugnissen der Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanum.
Die Darstellungen aus dem 19. Jahrhundert zeigen den gekrönten heiligen Josef, dessen Krönung die örtliche Verehrung stärkt und von einem päpstlichen Gesandten vollzogen wird. Teresa von Ávila erscheint als frühe „Kirchenlehrerin“, mit Buch und flammendem Pfeil, der wie eine Feder wirkt und das göttliche Feuer symbolisiert, das sie erfüllt und weitergeben will.
Sie wurden 1959 in Saint-Benoît-sur-Loire nach Zeichnungen eines Mönchs aus La-Pierre-qui-Vire geschaffen. Die neue Technik entstand in der Nachkriegszeit. Farbige Glasscheiben werden zerkleinert, zu einem Mosaik gefügt und in Stahlbeton gefasst. Das vergängliche Licht berührt uns und lädt ein, von leuchtender Materie zu immateriellem Licht überzugehen.
Die Orgel von 1869 wurde mehrfach erweitert und 1934, 1962 sowie 2000 renoviert. 1962 verband der Orgelbauer romantische und wieder modern gewordene klassische Elemente. Das eindrucksvolle Werk steht auf einem neugotischen Lettner. Auf dem Fries des Balkons stehen Verse aus Psalm 150: „Laudate Dominum…“. Seit über 130 Jahren loben hier talentierte Organisten Gott mit ihrer Musik.