01 Januar - 31 Dezember
Mo 9.00 - 17.00
Di 9.00 - 17.00
Mi 9.00 - 17.00
Do 9.00 - 17.00
Fr 9.00 - 17.00
Sa 9.00 - 17.00
So 9.00 - 17.00
Montag vor Aschermittwoch geschlossen.
Sonntag : 10.30 (Oase-Gottesdienst mit Empfang und Treffen)
Die neuromanische Kirche von 1895, erbaut von E. Serrure, bildet eine ruhige Oase inmitten der belebten Innenstadt. Der quadratische Turm, einziges Relikt der Vorgängerkirche, stammt um 1550. Er besteht aus Mergel auf Kalksteinbasis und zeigt gotische sowie frührenaissancezeitliche Elemente.
Das Innere ist schlicht und eher dunkel, passend zum romanischen Stil. Die bemalte Holzdecke mit Kassetten aus dem 17. Jahrhundert zeigt die Wappen bedeutender Sint-Truidener Familien und stammt aus der früheren Kirche „Heiliges Grab“, die im 11. Jahrhundert von der Abtei gegründet wurde und 1706 verschwand. Auf dem Triumphbalken glänzt ein Kalvarienberg aus der Zeit 1530–1540.
Die Kirche besitzt mehrere Darstellungen des hl. Martin aus dem Zeitraum 1500–1550 sowie weitere Kunstwerke vom 15. bis 18. Jahrhundert. Zu den farbigen Holzskulpturen zählen der auferstandene Christus, Christus auf dem kalten Stein, das Reiterbild des hl. Martin, eine Pietà, Sint-Rochus, St. Eucherius und mehrfach der Stadtpatron St. Trudo.
Christus im Grabe stammt aus dem 18. Jahrhundert; das Sedes Sapientiae ist wohl eine Kopie nach einem Werk des 13. Jahrhunderts. Die Möbel sind überwiegend neogotisch.
Am Sint-Martin-Platz steht zudem die ehemalige Augustinerkapelle, heute von einem Bekleidungsgeschäft genutzt, ein Rest des Krankenhauses von 1910. Die Stapelstraat verweist auf die alte Staepelpoort, benannt nach der Familie Staepelen. Nach dem Wegzug der Minderbrüder gelangte auch die Antoniusverehrung in die Martinskirche.
Der Hauptaltar besteht aus poliertem italienischem Alabaster, dessen Farben durch die Hintergrundbeleuchtung hervortreten. In der Mitte steht ein vergoldeter Messingtabernakel mit Kalvarienkreuz. Drei mit der Eucharistie verehrte Heilige flankieren ihn. Der Altar wurde 1892 von Gräfin Maria Anna de Ipanema Moreira gestiftet. Seit 1910 stehen zwei große Messingleuchter daneben.
Über den Köpfen der Besucher sieht man Deckenplatten mit Gemälden, vor allem Wappen Sint-Truidener Patrizierfamilien aus dem 17. Jahrhundert. Sie dienten als frühe Form des Sponsorings, da der Kirchenbau teilweise damit finanziert wurde. Die am besten erhaltenen Kassetten sind die ältesten, was an der Qualität der Maler liegt. Rechts im Chor ist eine restaurierte Tafel sichtbar.
Die Kirche besitzt Renaissance- und Barockbilder, darunter eine Replik von Sint-Anna ten Drieën, die Pietà, die Auferstehung, St. Marten, Rochus und Eucherius. Am Turm wurden bei der Restaurierung vier regionale Heiligenfiguren ergänzt: St.-Trudo, Christina die Wunderbare, St. Lutgardis und Eucherius. Die Schmiedearbeiten stammen vom Kunstschmied Peter Radoux aus Sint-Truiden.
Der alte Taufstein wurde vom Altar entfernt und zur Heilig Grab Kapelle umgestaltet. Unter dem Altar liegt ein Grab mit einer Christusstatue aus Barock oder Klassizismus. Ein festes Kreuz mit den Leidenswerkzeugen flankiert es. In der Kapelle erinnert man auch an den verstorbenen Pfarrer. Ursprünglich hieß die Kirche „Heilige Grafkerk“. Die Kapelle ehrt diese Vergangenheit.
Der alte schmiedeeiserne Osterleuchter des Kunstschmieds Peter Radoux aus Truien wurde 2014 von Tim Roosen zu einem Reliquiar umgestaltet. Er enthält ein bemaltes Porträt und in einer vergoldeten Lünette eine Phalanx der rechten Hand des belgischen Heiligen Mutien, der 1989 in Rom heiliggesprochen wurde. Sein Vermächtnis lebt bei den Lasallianern fort, die bis 2003 Bildung in Sint Truiden prägten.