01 April - 30 September
Mo -
Di 14.00 - 17.00
Mi 14.00 - 17.00
Do 14.00 - 17.00
Fr 14.00 - 17.00
Sa 14.00 - 17.00
So 14.00 - 17.00
Die St.-Dymphna-Kirche (1349–1479) in Geel ist ein bedeutendes Beispiel der Demergotik, einer regionalen Variante der Gotik. Der massive, unvollendete Turm aus weißem Sandstein und Brauneisensandstein entstand später (1454–1585). Ursprünglich war die Kirche ein Wallfahrtsort, da die heilige Dymphna und ihr Beichtvater Gerebernus hier bestattet wurden. Der Legende nach floh die englische Königstochter im 7. Jahrhundert nach Flandern, um einer erzwungenen Ehe mit ihrem Vater zu entgehen. Dieser verfolgte sie jedoch und enthauptete sie in einem Anfall von Wahnsinn. An ihrem Grab sollen zahlreiche Kranke, besonders Menschen mit psychischen Leiden, Heilung erfahren haben. Dies führte zu ihrer Verehrung und 1683 zum Bau eines Krankenzimmers an der Südseite der Kirche, in dem Betroffene neun Tage lang Rituale zur Genesung durchliefen.
Trotz Zerstörungen während des Bildersturms (1566), der französischen Besatzungszeit und des Zweiten Weltkriegs blieb die Kirche bemerkenswert gut erhalten und besitzt ein einzigartiges Inneres. Hinter ihrer schlichten Harmonie verbergen sich außergewöhnliche Kunstschätze. Besonders hervorzuheben sind die Altarbilder und das Renaissancegrab der Familie de Merode. Das Apostelaltarbild wurde kürzlich in die Liste flämischer Höhepunkte aufgenommen, da es das älteste erhaltene polychrome Steinretabel Flanderns ist. Das Dymphna-Retabel, das ihre Legende erzählt, zählt schon länger zu den flämischen Meisterwerken.
Ein wahres Schmuckstück! Ein ausführlicher Kirchenführer (64 Seiten) ist für 3,50 € im Tourismusbüro von Geel und in der Kirche erhältlich. Zusätzliche Informationstafeln stehen ebenfalls bereit.
Das Altarbild aus dem 16. Jahrhundert ist 7 m hoch und 6,5 m breit. Über 200 Eichenholztafeln zeigen in quadratischen Szenen die Legende der heiligen Dimpna. Unten erscheinen ihr Leben und Martyrium, im Zentrum die Verherrlichung der Erde, oben ihr Triumph im Himmel mit dem Kalvarienberg. In der Nische bewahrt ein neugotischer Schrein die Reliquien von Dimpna und Gebernus.
Dieses weiße Steinaltarbild aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts gilt als das älteste Kunstwerk der Kirche. Es ist in sieben Abschnitte gegliedert, deren Formen an gotische Portale erinnern. In den sechs kleineren Portalen stehen die Apostel mit ihren Attributen. Das zentrale Portal zeigt den gekreuzigten Christus zwischen Sonne und Mond, flankiert von Maria und Johannes.
Das hölzerne Eichenretabel aus Brüssel (1490–1500) zeigt das typische Doppelhammer Zeichen, das bei der Restaurierung auf dem Rücken des gegeißelten Christus entdeckt wurde. Im Zentrum steht der gekreuzigte Christus. Beim Öffnen der Flügel entfaltet sich die ganze Passionsgeschichte, die wie ein bebildertes Erzählen von Jesu Leiden im Garten Gethsemane bis Pfingsten wirkt.
Im geheimen Raum werden Reliquien, Kunstschätze und wichtige Dokumente aufbewahrt. Er besaß einst Zugänge zu einem oberen Stockwerk und einem Keller, die jedoch zugemauert wurden. Der Raum wurde renoviert und als Schatzkammer gestaltet. Er enthält zwei Gemälde der Familie Merode von Jan Mostaert, die zusammengehören und zu den Meisterwerken flämischer Kunst zählen.
Das Paar heiratete 1520. Nach dem Tod von Baron John III von Merode 1550 wurde er mit seiner Frau im Chor der Dimpna-Kirche beigesetzt. Das Renaissancegrab von Cornelis Floris II zeigt beide mit gefalteten Händen und offenen Augen. Ein Löwe symbolisiert seine Tapferkeit, ein Hund ihre Treue. Wappen zeigen ihre Besitzungen, römische Herolde tragen Flaggen oder Wappen sowie Symbole des Rittertums.
Die Glasfenster aus dem Antwerpener Studio Stalins und Janssens (1889–1900) zeigen die Legende der hl. Dimpna. Sie war die Tochter eines irischen heidnischen Königs, ihre Mutter jedoch Christin. Nach deren Tod wollte der König Dimpna heiraten. Sie floh mit Gerebernus nach Geel, wo der König beide tötete. Die Bewohner bestatteten sie, und Dimpna wurde später als Heilerin verehrt. Geel wurde ein bedeutender Wallfahrtsort.
3271 Averbode (Scherpenheuvel-Zichem)
14km
07.00 - 12.30
| 13.30 - 19.00
Geöffnet