01 April - 31 Oktober
Mo 9.30 - 17.30
Di 9.30 - 17.30
Mi 9.30 - 17.30
Do 9.30 - 17.30
Fr 9.30 - 17.30
Sa 9.30 - 17.30
So 9.30 - 17.30
01 November - 31 März
Mo 9.30 - 16.00
Di 9.30 - 16.00
Mi 9.30 - 16.00
Do 9.30 - 16.00
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In Lessines, nur wenige Schritte vom als außergewöhnliches Erbe Walloniens eingestuften Hospital Notre-Dame à la Rose entfernt, steht die besondere Dekanatskirche Saint-Pierre. Sie beeindruckt durch ihre Maße (über 45 m lang, fast 34 m breit) und ihre Struktur: Zwischen Turm, Kapellen und einem fünfeckigen Chor vermittelt der Innenraum den Eindruck einer Hallenkirche mit fünf parallelen Schiffen. Tatsächlich flankieren drei große Kapellen ein 12 m hohes Mittelschiff und übernehmen die Rolle von Doppel-Seitenschiffen.
Der Bau steht am Ort einer einfachen Kapelle, die vor 1075 einer ersten romanischen Kirche wich. Diese wurde Ende des 12. Jh. durch eine zweite ersetzt. Seither wurde das Gebäude viele Male erweitert, umgebaut oder restauriert.
Am 11. Mai 1940 wurde die Kirche durch deutsche Brandgranaten vollständig zerstört. Die Restaurierung begann Anfang der 1950er-Jahre; am 22. Mai 1952 erfolgte die Wiedereinweihung. Architekt Simon Brigode legte Wert auf die ursprüngliche Klarheit und die Lichtsituation des seit 1941 denkmalgeschützten Bauwerks.
Der obere Teil des Turms und die Obergaden des Hauptschiffs stammen von der zweiten romanischen Kirche des 12. Jh. Der überwiegende Teil ist gotisch und wurde zwischen 1356 und 1817 errichtet.
Einige Kunstwerke und Möbel, die 1940 gerettet wurden, fanden später ihren Platz in der Kirche wieder. Manche Kriegsschäden wurden jedoch erst spät behoben: Die große Orgel kam 1989, Taufbecken, Seitenaltäre und drei Glocken erst 2013.
Die einladende, lichtdurchflutete und geschichtsträchtige Kirche Saint-Pierre freut sich auf Ihren Besuch!
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Gedenkveranstaltungen (FR)
An den Initialen P.D.L.P.M.F. am Fuß und der Jahreszahl 1647 auf der Kugel erkennt man, dass dieses bemerkenswerte Messingwerk im 17. Jh. vom Gießer Pierre de Lespesse geschaffen wurde. Der Adler steht für den Evangelisten Johannes und für das Gute, das das Böse besiegt; in den Fängen hält er einen umgedrehten Drachen. 1940 unter dem Triumphbogen aufgestellt, überstand das Werk den Brand und nahm in der restaurierten Kirche seine Funktion wieder auf.
Im Jahr 1685 gelangten die Reliquien des zweiten Pfarrpatrons, des jungen römischen Märtyrers des 3. Jh., des hl. Mansuetus, hierher. Zunächst ruhte der größte Teil seines Leichnams in einem barocken Reliquienschrein aus vergoldeter, stuckverzierter Linde mit einer Jünglingsbüste. 1901 ließ eine angesehene Lessiner Familie einen neuen, neogotischen Schrein aus vergoldetem und versilbertem Kupfer anfertigen. Seit 1952 werden beide gezeigt; der Schrein von 1901 enthält die Reliquien.
Er wurde 1356 aus Tournai-Stein erbaut und ist eines der wenigen bedeutenden religiösen Bauwerke des 14. Jh. in der Region. Außen sind noch die feinen Fensterskulpturen zu sehen: Fleuretten, Pflanzen, Fabelwesen. Die schlanken Säulen im Inneren erhielten ihr Gewölbe erst im 16. Jh.; die Rippen tragen verzierte Schlusssteine: das Lamm mit der Standarte im Chor und fünfblättrige Rosen. Der ursprüngliche Schlussstein mit dem Lamm ist im Gedenkraum ausgestellt.
Seit dem Mittelalter steht die Kirche Saint-Pierre im Zentrum der einzigartigen Karfreitags-Trilogie: Gottesdienst, Prozession und Grablegung. Das ursprüngliche Material wurde 1940 zerstört, daher schuf der Künstler Harry Elstrøm einen neuen liegenden Christus. Am Ende des Gottesdienstes wird der Gisant von Büßern mit Fackeln und Laternen, begleitet von Ratschen und Trommeln, durch die dunklen Straßen getragen und in der Barbara-Kapelle beigesetzt.
Der 1616 in den Triumphbogen eingebaute Lettner ist eine verkleinerte Kopie desjenigen der Kathedrale von Tournai. 1758 wurde er ins Mittelschiff versetzt und 1940 beschädigt. Das Geländer wurde 1941 glücklicherweise entfernt, bevor das Gewölbe einstürzte. Wie viele Lettner zeigt auch dieser Szenen der Passion sowie Statuen und Wappen. Die wichtigsten Elemente – Reliefs, Nischen, Figuren und Ecksteine – sind heute im Gedenkraum ausgestellt.
Es sind 86 Kragsteine mit Ornamenten, die die Eichenschindel-Gewölbe der Kapellen stützen. Sie stammen vom belgischen Künstler Basile Lamon (Prix de Rome 1947) und zeigen Szenen aus Altem und Neuem Testament, Symbole der Eucharistie sowie Motive der Handwerker, die an der Restaurierung beteiligt waren. Zum genaueren Betrachten empfiehlt sich ein Fernglas oder die Fotos in der Barbara-Kapelle.