01 Mai - 31 Oktober
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So 14.00 - 18.00
Möglichkeit, sich an das Fremdenverkehrsamt zu wenden, das sich direkt gegenüber der Stiftskirche befindet: +32 85 31 44 48
Die mitten im historischen Zentrum von Amay gelegene stolze Stiftskirche zieht die Blicke durch ihre imposante Bauform und die drei majestätischen Türme auf sich.
Das Gebäude romanischen Ursprungs wurde im XI Jhdt. erbaut und danach viele Male umgebaut. Mit den Arbeiten im großen Umfang im XVIII Jhdt. erhält die Kirche ihr heutiges architektonisches Gesicht. Der ursprünglich strenge Charakter ist einem passenderen und schöneren Profil gewichen.
Die Kirche beherbergt zwei Schätze, die als Erbe der Föderation Wallonie Brüssel anerkannt sind: den prächtigen merowingischen Sarkophag der Hl. Chrodoara kann man dort im Chorraum durch eine große verglaste Öffnung bewundern, an dem Ort seiner wunderbaren Entdeckung am 22. Januar 1977, und den Schrein der Heiligen Oda, ein Meisterwerk dermaasländischen Goldschmiedekunst des XIIIe Jhdts.
Diese Kirche ist als außergewöhnliches Erbe Walloniens eingestuft. Zwischen 1998 und 2001 wurde sie komplett restauriert.
Der merowingische Sarkophag der Hl. Chrodoara stammt wohl aus dem 8. Jh. und zeigt hohe künstlerische Qualität. 1977 wurde er in den Fundamenten der Stiftskirche entdeckt. Dargestellt ist eine Frau mit Stab in der rechten Hand. Eine lateinische Inschrift preist Chrodoara als „edel, groß und erlaucht“. Ab dem 11. Jh. wurde sie als Hl. Oda verehrt.
Ein Beispiel maasländischer Goldschmiedekunst des 13. Jh. Der Schrein aus Eichenholz ist mit Kupfer, Silber, Email und Juwelen belegt. Chrodoara, Witwe seit 589, zog nach Amay und vermachte Kirche und Armen ihr Vermögen. Sie wurde dort bestattet. Floribert überführte ihre Reliquien im 8. Jh., um 1235 kamen sie in diesen Schrein, der seit 2017 im ehemaligen Kapitelsaal steht.
Vier große Gemälde mit Episoden aus dem Leben Christi hängen an den Wänden des Chorraums. Es handelt sich um das Werk zweier Künstler aus dem XVIII Jhdt. Die Landschaften wurden von Jean-Baptiste Juppin (Namur, 1675 - 1729) gemalt und die Personen von Englebert Fisen (Lüttich, 1655 - 1733), einem sehr produktiven Maler und Schüler von Bertholet Flémal.
Der überwältigende orientalische Kreuzgang (davon finden sich in West- und Mitteleuropa nur sieben), wahrscheinlich romanischen Ursprungs, im XVIII Jhdt. restauriert, beherbergt das Gemeindemuseum. Dort werden archäologische Stücke ausgestellt, die bei den Ausgrabungen des Cercle archéologique Hesbaye-Condroz entdeckt wurden.
Ein großartiges zeitgenössisches Kunstwerk des Künstlers Georges Leplat aus Amay (1930-2010). Ein Kreuzweg mit 15 Stationen aus Blattgold nach ikonischer Machart. Diese Werke erhöhen den Glanz im Inneren des Gebäudes und bereichern die wertvolle Kunstsammlung der Stiftskirche.
Die Stiftskirche zeigt eine bedeutende christliche Sammlung: Mobiliar vom 17. bis 19. Jh., Gemälde von Fisen und Deprez, zahlreiche Statuen vom 16. bis 20. Jh., liturgische Objekte, ein Lettner von 1685, Statuen der Hochaltarpatrone, die Clerinx-Orgel von 1866, drei Flachreliefs Mélottes zum Leben der hl. Barbara sowie in der Schatzkammer religiöses Silber und alte Bücher.