01 April - 30 September
Mo -
Di 13.30 - 16.30
Mi 13.30 - 16.30
Do 13.30 - 16.30
Fr 13.30 - 16.30
Sa 13.30 - 16.30
So 13.30 - 16.30
Sonntag 11.00
Der große Beginenhof (Kulturgut der UNESCO) ist 1962 von der Universität Löwen gekauft und zur Studentenstadt umgewandelt worden.
Inmitten eines Netzes von kleinen Gassen steht die Johannes dem Täufer gewidmete Kirche des Grand Beguinage in frühgotischem Stil (14. Jh.). Von basilikalem Grundriss hat sie weder Turm noch Querschiff. Besonders auffallend ist das große Kirchenfenster in der Absis.
Uber dem Altar kann man ein ‚Golgatha’-Gemälde von Pieter-Jozef Verhaeghen bewundern. Altar und Beichtstühle gehen auf das 16. Jh. zurück; die Orgel stammt von Pieter Goltfuss.
Bei Restaurierungsarbeiten sind Fresken aus dem 14., 15., und 17. Jh. wieder entdeckt worden. Im Boden der Kirche liegen 90 Grabmäler von Beginen*
* Die Beginen legten kein Gelübde ab wie die Schwestern, versprachen aber während ihres Aufenthalts im Beginenhof die Keuschheit zu wahren und der kirchlichen Autorität wie auch den ‚Grandes Dames’ genannten Vorgesetzten zu gehorchen. Die Beginen verbrachten ihre Zeit mit religiösen Handlungen, der Anleitung junger Mädchen zur Handarbeit und mit der Krankenpflege.
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Über den Boden liegen rund 90 Grabsteine von Priestern und Beginen aus den Jahren 1396–1753. Im rechten Seitenschiff befinden sich die Steuckers Grabsteine und jener ihrer Nichte Maria van Rivieren. Links stehen zwei kunsthistorisch wertvolle Steine von Katherine van Voirsselaer (1458) und Katherine van Nethenen (1459). Vor dem Altar liegt das Grab der Damoiselle Thérèse Philippine Van Spoelberch aus der wohlhabenden Brauerfamilie.
Bei der Restaurierung wurden unter Putzschichten Malereien aus dem 14.–17. Jh. entdeckt. Untersuchungen zeigen, dass es Wandmalereien auf trockenem Putz sind. Im rechten Seitenschiff finden sich ein Fragment mit der hl. Veronika und Engel sowie Szenen aus dem Leben der Heiligen, Blumenmuster und eine Taufszene. Links steht eine Malerei des 15. Jh. zum Gleichnis der klugen und törichten Jungfrauen aus der Bouts Gruppe.
Auf der Rückseite der Eichenkanzel steht das Herstellungsjahr 1661. Die Kanzel ruht auf Löwenpfoten und Engeln. Am Achteck zeigen vier Reliefkartuschen Sint-Jan-de-Doper, die Jungfrau mit Kind, Sint-Jan Evangelist und Sint-Begga. An den Ecken stehen die vier westlichen Väter mit ihren Attributen. Oben erscheint die Taube des Heiligen Geistes. Die Treppe trägt Blatt- und Fruchtmotive.
Auf dem Lettner steht eine monumentale Orgel von 1692, die einzige erhaltene Arbeit Pieter Goltfuss’. Das gut proportionierte Eichengehäuse ist pyramidal aufgebaut und als Balustradenorgel mit rückseitigem Klavier gestaltet. Sie zählt zu den besterhaltenen Orgeln des 17. Jhs. und ist wegen ihres reinen, typischen Klanges ein bedeutendes Beispiel flämischer Orgelkunst.
Vierzehn marmorne Quadrate in Rautenform symbolisieren den Leidensweg Jesu. Unsere Zeit stellt weiterhin Fragen nach dem Sinn des Leidens, ohne eine schlüssige Antwort zu finden: Es bleibt nur das Geheimnis. Abweichend von der Tradition endet die Künstlerin nicht mit der Grablegung, sondern zeigt Hoffnung durch das Licht der Auferstehung, die Auferstehung aus Leid und Tod, dargestellt in nüchternen Linien, frei von Pathos.