01 Januar - 31 Dezember
Mo 9.00 - 17.00
Di 9.00 - 17.00
Mi 9.00 - 17.00
Do 9.00 - 17.00
Fr 9.00 - 17.00
Sa 9.00 - 17.00
So 9.00 - 17.00
Wallfahrtsort von Sankt Cornelius
+32 54 33 20 25
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Die dreischiffige Kirche aus Backstein und Sandstein von Lede wurde 1727 als Kirche der Sankt Cornelius & Sankt Cyprianabtei, aus dem Order der Prämonstratenser geweiht, als sie schon auf eine hundertjährige architektonische Geschichte zurückblicken konnte. Seit 1813 dient sie als Pfarrkirche. Davor hatte ihr Pfarrer Vander Haeghen eine doppelte Aufgabe zugedacht: Chor und Querschiff dienten als Abteikirche, während das Schiff die Pilger aufnehmen sollte.
Der quadratische Turm und seine hexagonale Laterne wurden erst 1825-1844 durch den Architekten Lodewijk Roelandt (1786-1864) hinzugefügt.
Die Kirche ist eines der wichtigsten Gotteshäuser des Landes. Wegen des reich verzierten Inneren und der verblüffenden Homogenität gilt sie kulturgeschichtlich als vollständigste Schöpfung in der vom Fluss Dender durchflossenen Region.
Die Chorstühle und die Predigtkanzel gehen auf das 17. Jh. zurück und stammen aus der alten, 1816-1828 zerstörten Pfarrkirche. Der Rest der Dekoration, im Barock- oder Régencestil, entstand unter Pfarrer Vander Haeghen in der ersten Hälfte des 18. Jh.
Die Kirche verdankt der Gesamtheit der Holzskulpturen, die 1736 bei dem aus Mechelen stammenden Bildhauer Théodore Verhaegen in Auftrag gegeben worden waren, ihren hervorragenden Ruf. Verhaegen schuf einen der beiden prachtvollen Beichtstühle sowie die Täfelungen der Seitenschiffe, auf denen zehn Szenen aus dem Leben der früheren Schutzheiligen der Abtei, Sankt Cornelius und Sankt Cyprian, dargestellt sind.
Beachten Sie auch die Innenseite der Kuppel mit prächtigen Stuckarbeiten.
Beim Betreten beeindrucken die eichenen Wandverkleidungen der Seitenschiffe mit vier Gemälden und sechs geschnitzten Basreliefs in Régencestil. Südseitig erscheinen zehn Szenen aus dem Leben des hl. Cornelius, nordseitig zehn aus dem Leben des hl. Cyprian, gemeinsam mit Unserer Lieben Frau Schutzheilige der Abtei. In den Büchern auf den Präsentationsstühlen findet man detaillierte Infos zu allen Kunstwerken.
Eines der Prunkstücke ist der Reliquienschrein der hl. Cornelius und Cyprian, 1643–1644 von Brüsseler Meistern geschaffen und mit vergoldetem Kupfer und getriebenem Silber belegt. Der barocke Sarkophag ruht auf Klauenfüßen und zeigt Reliefs zu Marterung und Verherrlichung der Heiligen. Das silberne Reliquienhorn stammt wohl aus 1586. Der Schrein wurde einst in Umgängen getragen und bleibt zu Pfingsten Mittelpunkt der Verehrung.
Der Chor der ehemaligen Abteikirche ist stark ausgebaut und enthält ein reich geschmücktes Chorgestühl, 1638 aus der provisorischen Kapelle übernommen. Am Zugang zum Hochchor steht eine ebenso reich geschnitzte Kommunionbank aus Eichenholz (Mitte 18. Jh.) mit vier Reliefs. Chorlesepult und vergoldeter Hochaltar zeigen das Thema Hoffnung, Glaube und Liebe. Über dem Altar steht das Bild der Himmelfahrt Marias, Schutzheilige seit 1813.
In einer Seitenkapelle des nördlichen Querschiffs steht ein Altar aus Marmor und vergoldetem Holz (1730), ursprünglich der Dreifaltigkeit und St. Josef geweiht, seit 1812 Unserer Lieben Frau. Besonders ist die weiße Marmorstatue Marias mit dem Jesuskind (18. Jh.), die während der französischen Herrschaft von den Einwohnern Ninoves verborgen und 1849 der Kirche geschenkt wurde.
Die ehemalige Abteikirche von Ninove besitzt eine der schönsten Barockorgeln der Südlichen Niederlande. 1728 baute J. B. de Forceville das Instrument, 1752 ergänzte Gilles le Blas das Echowerk. Das Gehäuse zeigt reiche Skulpturen: Instrumente, musizierende Engel, Heiligenmedaillons und zentral die sitzende hl. Cäcilia. Seit 1978 wurde die Orgel restauriert, was zu digitalen Aufnahmen und einer Briefmarke führte.
Der Beichtstuhl aus Eichenholz (1736–1738) links des Orgelgehäuses füllt das ganze Seitenschiff und zeigt Régencestil von hoher Qualität. Das ikonografische Programm sublimiert die Beichte: Der Pfarrerstuhl als Thron unter einem faltenreichen Baldachin, flankiert von zwei lebensgroßen Engeln. Darüber knien Simon Petrus und Magdalena. Auf der Krönung steht Christus als Salvator Mundi mit geöffneten Händen.