31 Mai - 31 Mai
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Sa 10.00 - 18.00
So 10.00 - 18.00
Die Kirche ist ein massives, imposantes Gebäude, geprägt vom mittelalterlichen Turm aus dem 12.–13. Jahrhundert. Die erste Kirche entstand vor 1280 und diente als Verteidigungsanlage. Die heutige, größere Kirche wurde 1628–1633 errichtet und bewahrt ein Querschiff sowie einen Chor von 1567. Auffällig ist die ungewöhnliche Stilvielfalt: gotische Kirchenschiffe, Spitzbogenstil im Chor und Maas-Renaissance beim Turm. Während der Religionskriege galt sie wegen Größe, Ausstattung und Reichtum als katholische Bastion gegenüber dem protestantischen Norden.
Ihr bedeutender Kirchenschatz ist im Grand Musée Curtius in Lüttich katalogisiert; außergewöhnliche Goldschmiedearbeiten und seltene Seidenstoffe werden dort ausgestellt. Schutzpatron Jakobus der Ältere steht in Verbindung mit der Pilgerreise nach Santiago de Compostela, weshalb seit 700 Jahren Pilger aus dem Norden hier vorbeiziehen. Die Kirche beherbergt zudem Reliquien des Heiligen Jakobus, des Heiligen Johannes und des Kreuzes Christi.
Der Chor, das Querschiff und die Vorhalle wurden am 15. März 1934 unter Denkmalschutz gestellt, der Rest des Heiligtums und der Friedhof am 12. Oktober 1983. Die Kirche krönt eines der schönsten Dörfer der Wallonie und dominiert eindrucksvoll den Platz.
Dieses opulente Ensemble erinnert an große Barockwerke Deutschlands und Österreichs. Der um 1730 errichtete Altar aus schwarzem und weißem Marmor trägt auf vier kompositen Scheinmarmorsäulen einen monumentalen Aufsatz. Er zeigt ein 4 × 2,10 m großes Retabel mit Heiligen vor der Dreifaltigkeit. In der rechten unteren Ecke signiert, wird das Werk von der Inschrift SOLI DEO HONOR ET GLORIA gekrönt.
Es stammt aus der ersten Kirche vor 1280 und stand ursprünglich auf dem Kirchhof. 1913 wurde es in die Kirche zurückgebracht. Erst in der Vorhalle bei der Taufkapelle, steht es heute im Chor am nördlichen Seitenschiff. Der Marmormonolith zeigt ein rundes Becken mit vier maskenartigen Köpfen, wohl Hinweis auf die Paradiesflüsse. Getragen wird es von einer zentralen Sandsteinsäule.
Die Orgel wurde 1736 erstmals erwähnt und 1737 installiert. Finanziert von Spendern und durch das Fällen von Bäumen in den Wäldern von Clermont, wurde sie 1851, 1894 und 1974 restauriert. Bei der letzten Restaurierung ergänzte man die alten, hochwertigen Teile – 17 der 21 Register sind handwerklich herausragend – durch zusätzliche Register. Diese Orgeln gelten als einzigartig und berühmt.
Die Kanzel im Louis XV Stil, 1768 von R. Delcommune geschaffen, zeigt naturinspirierte Kurven, asymmetrische Formen und feine Details wie Muscheln und Blattwerk. Neun geschnitzte Symbole schmücken Wanne, Brüstung und Baldachin. Die Säule zeigt den heiligen Jakobus in Pilgerkleidung vor einer strahlenden Erscheinung. Die Vielzahl der Metaphern könnte als Ausgangspunkt für ein Entfesselungsspiel dienen.
In der Kirche von Clermont wurde Stuck in großem Umfang als dekorative Kunst eingesetzt. Die Decken des Kirchenschiffs sowie der nördlichen und südlichen Seitenschiffe sind reich mit Blättern, Girlanden und Voluten verziert. Die jüngste Restaurierung der Seitenschiffe betont diese wesentlichen dekorativen Elemente und lässt die kunstvolle Stuckarbeit neu zur Geltung kommen.