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Die Stiftskirche Sankt Gertrud von Nivelles ist ein „Denkmal“, das aus dem üblichen Rahmen fällt. Sie wird zu Recht als „außerordentliches Erbgut der Wallonie“ bezeichnet und dies aus mehreren Gründen.
Es handelt sich in der Tat um eine der ältesten und größten romanischen Kirchen Europas.
Schon die Außenansicht der Kirche beeindruckt nachhaltig, insbesondere dann, wenn man vor der fünf Niveaus umfassenden hohen und breiten Westfassade steht. Die 1046 geweihte Kirche hat im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Umwandlungen erfahren. Sie wurde im Mai 1940 stark beschädigt aber als Folge eines Referendums unter der Einwohnerschaft (!) in einem sehr schlichten rheinisch-romanischem Stil restauriert.
Auch das aus zwei gegenüberliegenden Chören abgeschlossene Innere von hundert Metern Länge, 44 Metern Breite und 20 Metern Höhe ist Aufsehen erregend.
Die Restaurierungsarbeiten haben der Kirche eine bemerkenswerte Schlichtheit zurückgegeben mit Holzdecken, sichtbaren Steinen, modernen Kirchenfenstern und einer auf einige alte Einrichtungsstücke begrenzten Dekoration, wozu insbesondere die zwei Predigtkanzeln gehören sowie der Wagen, mit dem der Heiligenschrein der Sainte Gertrude befördert wurde.
Zu beachten sind auch die geräumige Krypta, das archäologische Untergeschoß und das im 19. Jh. vollständig renovierte Kloster.
Der in romanischem Stil wieder hergestellte Kirchturm enthält ein neues Glockenspiel mit 49 Glocken.
Die Kanzel der Wahrheit ist das Werk eines großen Künstlers des österreichischen Hofes, Laurent Delvaux (1772). Die Skulpturengruppe an ihrem Sockel, die den Neoklassizismus ankündigt, stellt Jesus am Jakobsbrunnen dar, wie er die Samariterin um Wasser bittet. Ebenfalls aus Marmor sind drei Parabeln, die den speziell gearbeiteten Barockbecken schmücken. Sie stellen drei Parabeln aus dem Evangelium dar.
Seit dem 13. Jahrhundert wird der Schrein der Heiligen Gertrud jedes Jahr in einer 15 Kilometer langen Prozession durch die Stadt getragen. Auf diesem Wagen, dessen Teile zum Teil aus der Zeit vor 1450 stammen, werden die kostbaren Reliquien von sechs Zugpferden gezogen (am ersten Sonntag nach dem 29. September).
Der ehemalige Schrein der Heiligen Gertrud war ein Meisterwerk mittelalterlicher Goldschmiedekunst. Diese Miniaturkathedrale aus Gold und Silber wurde leider im Mai 1940 durch einen Bombenangriff zerstört. Die Überreste dieses Schatzes, darunter die prächtige Statue der Heiligen Gertrud, gehören zum außergewöhnlichen beweglichen Kulturerbe der Wallonischen Region.
Der kuriose Soldat aus vergoldetem Messing in spanischer Tracht, der am Südturm des Vorbaus der Stiftskirche hängt, ist ein 350 kg schwerer Automat, der jede Viertelstunde läutet. Dieser „Jacquemart“, der der Stadt im 15. Jahrhundert vom Herzog von Burgund, Karl dem Kühnen, geschenkt wurde, erhielt den Spitznamen Jean de Nivelles, einer berühmten Figur der lokalen Folklore.
Bevor er zum Apostel und Evangelisten wurde, war der heilige Paulus ein großer Verfolger der Christen. Seine spektakuläre Bekehrung auf dem Weg nach Damaskus inspirierte den Bildhauer Laurent Delvaux im Jahr 1735. Das barocke Werk zeigt die blendende Erscheinung Christi, die ihn vom Pferd stürzen ließ (die Skulpturengruppe ist als außergewöhnliches Kulturgut klassifiziert).
Der nördliche Arm des östlichen Querschiffs der Stiftskirche war den Kanonissinnen vorbehalten. In diesen Chorgestühlen feierten sie zwischen 1566 und dem Ende des 18. Jahrhunderts ihre Gottesdienste. Diese geschnitzten Bänke sind ein bemerkenswertes Ensemble aus der Renaissance und weisen ein griechisch-römisch inspiriertes Dekor auf, das mit zahlreichen fantasievollen, koketten oder satirischen Figuren verziert ist.